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Qatar Airways.












Flug QR 089 Ho-Chi-Minh-City nach Doha,
1. Okt. 2007

Dem erfahrenen Traveller ist es gelungen, auf beiden Flügen am Notausgang zu sitzen und zwar gangseitig. Das ist der beste Platz im Flugzeug und bedeutet, dass ich jetzt 14 Stunden lang die Beine nicht anziehen muss, sondern voll ausstrecken kann. Außerdem sitzt mir hier "during take-off and landing" immer eine bildschöne Flight Attendent gegenüber, Gelegenheit für netten smalltalk. Jin kommt aus Korea, wir reden über ihr Land und über Qatar, Japan, Vietnam, Hongkong, Dubai.

Der Captain kommt aus England, das Flugzeug wurde in Toulouse zusammengebaut, die Fluggäste sind aus Europa, die Butter aus Neuseeland, der Yoghurt aus Deutschland, die Filme aus Hollywood. Was ist eigentlich qatarisch an Qatar Airways außer dem Hinweis, dass das Essen halal ist? Kein Mohammed, keine Fatima weit und breit.

Bei einer 5-Sterne-Gesellschaft wie der Qatar bekommt man nicht nur Ohrstöpsel, Zahnbürste und Kopfhörer geschenkt, sondern auch eine Entschuldigung für einen um 8 Minuten verspäteten Abflug. Jin ist stolz darauf, dass das Personal ihrer Gesellschaft wieder eine internationale Auszeichnung für besten Service gewonnen hat.

Ich fliege gern mit Qatar.

Flug QR168 Doha-Frankfurt,
2. Okt. 2007

Das Umsteigen am Persischen Golf dauerte keine 15 Minuten und schon bin ich wieder in der Luft. Und da sind sie wieder, die Deutschen und ihre Frauen. Vollgefressen, schlampig gekleidet, arrogant, zickig und frigide. Die Bestuhlung im Flugzeug sei eine Sauerei, höre ich gerade. Die Flight Attendent, die mir auf diesem Flug gegenüber sitzt, kommt von den Philippinen, ihre Anmut ist atemraubend. Als sie erfährt, dass ich von HCMC komme, gerät sie sofort ins Schwärmen, auch sie liebt Vietnam. Jetzt sitze ich hier, weiß eigentlich gar nicht, warum ich schon wieder nach Deutschland fliege und es kommen mir Tränen.

Wir sind schon über der Türkei. Bald wird die Sonne aufgehen, sie scheint bereits auf der Arabischen Halbinsel, sie ist also dicht hinter uns her, wird uns bis Frankfurt eingeholt haben. Aber jedes Schulkind seit Galileo weiß doch, dass sich die Sonne gar nicht bewegt, sondern dass die Erde sich dreht, wir drehen uns also zur Sonne hin, also fliegen wir gar nicht vorwärts. Nein, wir bemühen uns mit Hunderttausend PS, die Erddrehung zu kompensieren, aber es gelingt nicht. Tatsächlich fliegen wir also rückwärts, mit dem Seitenruder voran der Sonne entgegen.

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