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Ryanair.












Von Frankfurt(Hahn) nach Riga
Oktober 2005

Fünfzehn Jahre nach Ende des Kalten Krieges sind die bolschewistischen Expansionsbestrebungen ungebrochen. Aber noch verteidige ich standhaft die Armlehne zu meiner Linken gegen den nach Schweiß und Alkohol stinkenden Rotarmisten vom Typus Autoschieber (Laptop, Lederjacke, Edelhandy). Die Hoheit im Luftraum über meinem Schoß habe ich bereits verloren.

Ich fliege Ryanair nach Riga, billig für zwei Tage am Ende der Herbstferien ins Baltikum.

Der Sitznachbar hat es jetzt aufgegeben, mich mit Doppelkorn versorgen zu wollen. Vielleicht ahnt er, dass ich k.o.-Tropfen darin vermute.

Sonst lässt sich über Ryanair nicht klagen. Zwei Minuten vor der offiziellen departure time waren wir schon in der Luft, da staunt der Traveller.

Zeitweise musste ich noch Teile meines Territoriums an den Aggressor abtreten, auch die Tasche in meinem Vordersitz war von seinen Besitztümern okkupiert, aber der Mensch war letztlich nicht unsympathisch, erzählte mir von seiner Flugangst und bot mir sogar eine Mitfahrgelegenheit in die Stadt an

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